Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Meditation:
für Ihren Weg selbstwärts
- Was ist Meditation für mich?
- Wofür wir Meditation überhaupt brauchen
- Wo möchte ich hin? Was möchte ich erreichen?
- Der Umgang mit Gedanken während der Meditation
- Der Umgang mit Gefühlen während der Meditation
- Der Umgang mit Körperwahrnehmungen während der Meditation
- Kein Widerstand.
- Selbstheilungskräfte aktivieren - die "Altlasten" loswerden
- "Ich habe heute meditiert"
- Einstieg mit geführter Meditation
Meditations-Anleitung:
Was ist Meditation für mich?
Zu meinen schönsten Lebenserfahrungen gehören diejenigen Momente, in denen ich mich sicher und geborgen in der unendlichen Liebe und Weisheit des Alls gefühlt habe. Meine Wege dorthin führten meist über Meditation. Vor allem anfangs waren das die geführten Meditationen meiner spirituellen Lehrer, außerdem zunächst von Kurt Tepperwein, später von Rüdiger Dahlke oder etwa die Übersetzungen von Autoren wie Doreen Virtue oder Brandon Bays.
Mit der Zeit und mit dem wachsenden Genuss an den inneren Reisen habe ich auch in alltäglicheren Situationen das Gefühl aufleben spüren, das mir sonst nur in der bewussten inneren Einkehr begegnet ist. Heute bezeichne ich diese Einlassung auf das, was Hier und Jetzt Wahrheit ist als "meditatives Sein".
Darüber hinaus gehörte es schon immer zu meiner Arbeit mit Gruppen, mentale Übungen anzuleiten, innere Bilderwelten entstehen zu lassen oder sichtbar zu machen sowie Inspiration "einzuladen". Zumindest in dieser Gruppe von Menschen - die mich selbst und meine Seminarteilnehmer und Klienten umfasst - habe ich Erfahrungen sammeln können, was den Weg in die Meditation angeht. Ich habe Stolpersteine entdeckt und Kniffe gefunden, die ich gern mit Ihnen teile.
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Meditations-Anleitung:
Wofür wir Meditation überhaupt brauchen
Stellen Sie sich einen Arbeiter an einer modernen Maschine vor. Der Arbeiter ist hochqualifiziert und hat Aufträge angenommen, die er mit Hilfe der Maschine umsetzen möchte. Im Laufe der Arbeit treibt er die Maschine über ihr Leistungsniveau an, eine Warnlampe leuchtet auf, weil die Maschine heißläuft. Einige Bauteile bräuchten Wartung oder Pause, für die im Produktionsplan aber keine Zeit vorgesehen ist. Der Arbeiter will schließlich sein Soll schaffen. Teile klappern und rasseln und quietschen und der Arbeiter setzt sich zunächst Lärmschutz-Kopfhörer auf, um nicht bei der Arbeit gestört zu werden. Die blinkenden Warn-Lämpchen werden mit Klebeband abgedeckt. Die Teile schmoren schließlich vor sich hin und der Arbeiter holt sich eine Nasenklemme, weil er den Gestank nicht ertragen mag. Schließlich läuft ein Teil der Maschine heißglühend, der Arbeiter setzt sich eine Schutzbrille auf und zieht Handschuhe an. Dann, wenn er alle Aufträge erledigt hat, wird er nach der Maschine sehen, wird sie ganz bestimmt reparieren. Er wird vom Lohn das beste Öl für sie kaufen. Sie kann dann ruhen. Er wird sie polieren, er wird sie pflegen. Spätestens zur Rente.
Meditation beginnt damit, dass Sie die Kopfhörer und die Brille absetzen, die Klebestreifen vom Kontrollpult entfernen und die Handschuhe ausziehen. Und plötzlich erleben Sie mit allen Sinnen, wo Ihre Aufmerksamkeit gebraucht wird. Vielen Menschen gefällt das nicht, sie setzen die Scheuklappen wieder auf und sagen "Meditation? Kann ich nicht."
Finden Sie sich in dieser Geschichte wieder? Zumindest ein Stück weit? Falls ja, kann diese kleine Meditations-Anleitung hilfreich für Sie sein.
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Meditations-Anleitung: Wo möchte ich hin? Was möchte ich erreichen?
Der vielleicht wichtigste Schritt in der Meditation ist der, eine innere Antwort zu finden. Die Frage lautet: "Warum möchte ich meditieren? Was möchte ich damit erreichen?". Viele Menschen möchten durch Meditation erreichen, dass sich ein als unangenehm empfundener Zustand ändert. Zum Beispiel, dass sie das Klappern der Maschine nicht mehr hören. Meditation soll als Werkzeug dienen, um etwas Unangenehmes zu verändern. Ich habe Zweifel, ob diese Ausrichtung wirklich hilfreich und überhaupt sinnvoll ist. Kurzfristig kann sie die Disziplin zum täglichen Meditieren fördern, spätestens mittelfristig kann sie aber genauso erste Erfolge verhindern oder immer wieder zunichte machen. Was halten Sie von der Antwort: "Ich möchte kennen lernen, wie mein Leben WIRKLICH ist. Möchte mich sehen und erleben, von meiner inneren Wahrheit aus."? Stellen Sie sich vor, Ihr Wohnzimmer gefällt ihnen nicht, sie fühlen sich darin nicht wohl. Würden Sie dann ins Schlafzimmer gehen und dort die Augen schließen, damit es sich von selbst ordnet? Wenn Sie einen Raum aufräumen möchten, gehen Sie zunächst hinein und schauen Sie sich erst einmal um. Und sagen Sie sich "ICH BIN JETZT HIER.". Dieser Satz ist kurz, aber essentiell.
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Meditations-Anleitung:
Der Umgang mit Gedanken während der Meditation
Oft höre ich Meditations-Anfänger klagen: "Es funktioniert nicht. Ich denke ständig an irgendetwas und komme nicht zur inneren Ruhe." Meine Empfehlung ist dann: Denken Sie! Nehmen Sie sich vor der Meditation Zeit, alle Gedanken ganz bewusst anzunehmen, die da sind. Wenn ein Gedanke präsent ist, fragen Sie innerlich "Bist Du mein eigener Gedanke, oder gehörst Du zu jemand anderem?" Diese Methode, deren Wirksamkeit ich in meinen Seminaren näher beschreibe, übersteht ein Teil der Gedanken nicht: Er verkrümelt sich wie ein beim Keksestehlen ertapptes Kind. Alle verbleibenden - zu Ihnen gehörigen - Gedanken haben Ihre Aufmerksamkeit verdient. Entweder, sie durchdenken sie, oder Sie notieren sie für später mit der Bereitschaft, sie dann zu denken. Falls Sie zweitere Variante nutzen, dann achten Sie sehr darauf, Ihre Gedanken nicht um Ihr Versprechen zu betrügen, sonst werden sie Ihnen beim nächsten Mal nicht mehr glauben.
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Meditations-Anleitung:
Der Umgang mit Gefühlen während der Meditation
Alle Gedanken, die sich dann noch immer in der Meditation zeigen, sind erfahrungsgemäß verbunden mit starken Gefühlen. Wie sie mit denen umgehen können, ist zwar recht einfach, die meisten Menschen mögen es nicht: Fühlen Sie sie auf die bereitwilligste Weise, die Ihnen möglich ist! Das nimmt ihnen ihre Schärfe und das Drängen lässt nach. Wenn es mit Spannung oder Angst verbundene Gefühle sind, ist wiederum die Empfehlung einfach: Atmen Sie bewusst die Spannung und Angst ein, die präsent sind und geben Sie ihnen in Ihren Innenwelten so viel Raum wie möglich. Stellen Sie sich dann vor, wie Sie die ängstigende Situation hinter sich gebracht haben, und während Sie ausatmen, spüren Sie ganz bewusst die Erleichterung, die sich dadurch ausdehnt. Geben Sie auch ihr genügend Raum. Diese Übung hilft Ihnen nicht nur in der Meditation, sie kann ihr ganzes emotionales (Er-)Leben verändern.
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Meditations-Anleitung:
Der Umgang mit Körperwahrnehmungen während der Meditation
Eines der größten Geschenke des Lebens ist ein guter Kontakt zum eigenen Körper. Denn er ist das Gefäß, an das unser Menschsein gebunden ist. Er ist begrenzt haltbar, er "verwittert" und er zeigt auf eine wundervolle Weise unsere inneren Anlagen sowie unser erlebtes Leben. Ich bezweifle, dass jemand mit einem verschütteten Zugang zum eigenen Körper jemals in wirkliche Medita-Tiefe gelangt, sofern er nicht von außen dazu geführt wird. Oft klagen Meditations-Anfänger, dass es plötzlich zwickt, gurgelt, juckt, spannt, klopft oder drückt, wenn erst alle Gefühle oder Gedanken geklärt sind. Für mich gehört auch das Körperempfinden zum meditativen Erleben. Denn es führt zu Ihnen selbst! Wenn Sie Ihren Körper ebenfalls als zu sich gehörig erachten, tun Sie gut daran, seine Signale in die Meditation zu integrieren. Niemand würde einen "Familienurlaub" machen und die Kinder zu Hause lassen. Dann ist es vielleicht eine Auszeit von den Kindern. Und DAS ist etwas anders. Achten Sie Ihren Körper, hören Sie ihm zu und erleben Sie ein Wunder: Er sagt Ihnen, wie Sie am besten sitzen oder liegen sollen. Er zeigt Ihnen, wo er Schmerzen hat, er spricht zu Ihnen in seiner Sprache.
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Meditations-Anleitung: Kein Widerstand.
Sind Sie bereit für das zweite Wunder? Wenn Sie vollständig den Zustand Ihres Körpers annehmen und ihn mit allem (nicht: trotz allem) lieben, dann erhält er Kraft. Schmerzen verschwinden, das Jucken beruhigt sich, das Klopfen wird immer leiser und verklingt schließlich ganz.
Der Trick ist einfach: Pure Einlassung, größtmögliche Aufmerksamkeit, kein Widerstand. Nun, ich gebe zu, anfangs ist es schwer, weil wir es genau anders herum gewöhnt sind. Aber wenn Sie es einmal wirklich schaffen und das damit verbundene Glücklichsein empfinden, ist es beim zweiten Mal leichter. Wenn Sie durchhalten, kann der Moment des körperlichen Glücksgefühls Ihr Lieblingsmoment in der ganzen Meditation werden, obwohl wirkliche innere Tiefen noch gar nicht erreicht sind.
Außerdem bewirkt das anerkennende Fühlen - siehe oben - dass noch weitaus mehr Gefühle in Bewegung geraten, die vorher in Ihrem Körper gespeichert waren. Gerade zu Beginn von Meditationserfahrungen wird Sie dies begleiten, bis die Speicher des Körpers geleert sind. Und regelmäßiges Üben bewahrt Sie davor, die Speicher wieder bis zum Rand zu füllen.
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Meditations-Anleitung: Selbstheilungskräfte aktivieren - die "Altlasten" loswerden
Wir wissen nicht warum, aber wir können es erleben: Meditation aktiviert Selbstheilungskräfte. Gerade für uns Angehörige der industrialisierten westlichen Welt. Wir sind darauf geeicht, die Warnsignale des Systems (in Form von Beziehungsschwierigkeiten, unangenehmen Gefühlen, Gedanken und Körperempfindungen) möglichst auszublenden, so lange es geht. Und das tut uns nicht gut.
Zur Erklärung von Selbstheilungskräften noch ein Gleichnis: Stellen Sie sich einen See vor, gefüllt mit klarem, lebendigen Wasser. Die Mikroorganismen darin ernähren sich von Licht und bauen Verunreinigungen ab. Wenn Sie nun eine Verunreinigung in den See werfen, löst sie sich zunächst auf - im ganzen See. Sie mag zunächst das Wasser verdunkeln, aber das lebendige Wasser heilt sich selbst.
Wir machen es meist anders: Wir stecken die Verunreinigung in einen Beutel, den in einen weiteren Beutel und den dann in eine wasserdichte Kapsel und versenken das Ganze auf den Grund des Sees. Das Selbe tun wir mit der nächsten Verunreinigung, und immer so fort. Irgendwann besteht der See nur noch aus Kisten, Kapseln und Beuteln, es ist nur noch wenig Platz für das Wasser.
Meditation bedeutet, sich die Verunreinigungen ausbreiten zu lassen, auf allen Ebenen. Unsere "Seen" sind riesengroß und wir haben keine Veranlassung, sie mit Kisten zu füllen. Wenn wir einen Moment lang trübes Wasser ertragen können, dann bleiben wir langfristig immer "sauber".
Tiefe Meditation öffnet die Kisten auf dem Grunde des Sees. Vielen Menschen macht das Angst und sie sagen dann: "Meditation? Kann ich nicht.". Mein Tipp: Beginnen Sie mit den Kisten, die sie HEUTE gepackt und in den See geworfen haben. Üben Sie einige Zeit lang, jeweils nur die aktuellen Verunreinigungen zu klären. Wenn Sie entsprechend geübt sind, wird der Respekt vor den "alten Kisten" nicht mehr so übermächtig sein.
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Meditations-Anleitung:
"Ich habe heute meditiert".
Wenn ein Grundschul-Kind nach Hause kommt, erzählt es seinen Eltern vielleicht "Heute habe ich in der Schule geschrieben". Niemand würde auf die Idee kommen zu dem Kind zu sagen "Du lügst!", nur weil es keinen Bestseller-Roman verfasst oder eine Literatur-Nobelpreis-verdächtige Novelle geschrieben hat.
Machen Sie es doch einfach genau so:
Erkennen Sie jeden Tag von ganzem Herzen diejenige Qualität der Meditation an, die sie eben gerade erreicht haben. Das ist mal "mehr", mal "weniger". Wenn Sie sich Zeit für Meditation genommen haben, dann haben Sie auch meditiert. Es zählt jedes einzelne Mal, es gibt keinen Maßstab dafür, wann Meditation beginnt und wie sie sein muss.
Vielleicht erwischen Sie sich beim Lesen gerade dieser Sätze dabei, dass Sie nur erleuchtungsnahe Zustände des All-Eins-Seins als wahrhafte Meditation akzeptieren. Dann ist meine nüchterne Empfehlung: Lassen Sie es. Finden Sie eine passendere Möglichkeit, um zu sich zu kommen. Meditation ist ein Weg, genau wie Schreiben lernen. Nur, wer diesen Weg anerkennt, und sich selbst auf diesem Weg, kann ihn auch gehen. Und er lohnt sich wahrlich.
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Meditations-Anleitung: Einstieg mit geführter Meditation
Vielleicht haben Sie nun Lust bekommen, es (noch einmal) zu probieren. Sehr gerne empfehle ich Ihnen dafür die geführten Meditationen, die ich selbst erstellt habe. Allerdings geben diese Ihnen nur wenig Freiraum, Ihren wahren Moment zu erleben. Besser geeignet für Ihre inneren Reisen sind sicherlich Momente, in denen Sie begleitet von sanfter Musik, einfach erleben, was für Sie eben gerade Wahrheit ist. Mitten darin wartet auf Sie, was die Wahrheit Ihres Wesens ist.